Höchster Kreisblatt vom 14. Juli 2004

 

Bilder und Collagen mit einem Hauch Patina

Von Jürgen Dehl

 

Hofheim. Patina schafft einem Gegenstand eine eigene Zeit. Sie hebt ihn über die Zeit und schenkt ihm, vom Zauber des Unendlichen. Jürgen Hanisch macht sich das in seinen Bildern zu Nutze. Das ist bis zum 11 . August im Rathaus-Foyer zu sehen. Er nennt seine Arbeiten "Strukturen - Collagen".

Hanisch geht frei mit dem Begriff Collage um. Ein Briefumschlag, ein Zeitungsausriss und ähnliche höchst vergängliche Dinge bringt er auf die Malfläche. Dann geht er mit Lasurfarben - vorzugsweise Erd- oder Rottönen - darüber. Durch die halbtransparente Farbe werden die Dinge verfremdet und sind zumeist nur noch erahnbar. Das alltäglichste scheint plötzlich weit über den Alltag erhoben, bekommt durch diese künstliche Patina etwas von dem, was wir Eingangs "Zauberhauch des Unendlichen" nannten.

Hanisch arbeitet noch mit anderem. Das Bild "Blaues Signal" (Nummer 371) wirkt, als sei der Malgrund asphaltiert. Auf dem "Straßenbelag" ist etwa in der Mitte ein kräftig blauer Streifen. Darunter ist die Teerdecke aufgerissen und ein Kleckschen Grün schaut heraus . Von hier ist der Weg nicht weit zu den Bildern 13 bis 15. Sie bestehen fast einzig aus "Struktur" und sind nahezu monochrom gehalten. Der Schöpfer dieser interessanten Arbeiten, Jürgen Hanisch, wurde 1942 in Böhmen geboren. In Kursen und als Gast (Werkkunstschule Offenbach und Frankfurter Städel) hat er sich Grundlagen der Malerei angeeignet. Von 1960 bis 1971 war er als Werbegestalter tätig . Gegenwärtig arbeitet er als Messebaudesigner. Jürgen Hanisch lebt in Zeilsheim.